E-Commerce

Die Arbeit mit E-Commerce kann einen vor neue Herausforderungen stellen. Durch die Preistransparenz und den hohen Marketingkosten, um in Amazon und Facebook nicht unter zu gehen können wirtschaftliche Probleme entstehen. Hinzukommt die unpersönliche Bindung an den Verkäufer.


Die Nutzung von unterstützender Software wie z.B. Candis, Easybill, Taxdoo ist elementar für den langfristigen Aufbau einer nachhaltigen Organisationsstruktur, hierzu unterstützen wir Sie.Unsere Mandanten profitieren von dem Umstand, dass unsere Berater im Rahmen langjähriger operativer Beratungstätigkeit Know-How und Expertise im E-Commerce-Bereich und damit Verständnis für die jeweiligen Belange sammeln konnten. In der Branche „Handel“ wurden wir aktuell in 2020 vom Handelsblatt in den Kategorien „Existenzgründung“ und „Handel“ als einer der Besten Steuerberater ausgezeichnet, Focus Money hat uns in 2020 ebenfalls für die Branchen „E-Commerce“, „Online-Unternehmen“ und „Handel“ als Top Steuerberater ausgezeichnet.

Schnittstellen für E-Commerce


Billbee
Billbee ist weniger ein Rechnungstool und mehr ein Helfer zur Warenwirtschaftsverwaltung mit angegliederter Rechnungsfunktion. Wer als Multichannel-Händler arbeitet, der profitiert von den Shop-Anbindungen, der zentralen Verwaltung von Kunden und Artikeln und der integrierten Lagerverwaltung. Wer neben der Rechnungsstellung auch seine Buchhaltung in Billbee bearbeiten möchte, der wird enttäuscht, denn eine native Funktion dafür gibt es nicht. Wer sich ein wenig mit der Materie auskennt, der wird viel Freude mit den individuellen Automatisierungen haben, die einen Großteil der manuellen Bearbeitung von Bestellungen abnehmen. Ein Manko von Billbee ist sein Preissystem. Das kommt ohne Grundgebühren aus und kann in bestimmten Fällen recht günstig ausfallen, schreckt aber durch teure Einzelmodule ab. Auch der Premium-Support, der ab 20€ zu haben ist, legt die preisliche Messlatte sehr hoch. Billbee richtet sich damit an kleine bis große Unternehmen im eCommerce-Bereich, die ihre Kanäle zentral und automatisiert mit Rechnungen, Etiketten und Bestellscheinen versorgen wollen.

Vorteile:
• Viele Im- und Exportfunktionen
• Editor für Dokumentenlayouts
• Nützliche Automatisierungen
• Speziell für eCommerce geeignet

Nachteile:
• Keine native Buchhaltung
• Teurer Premium-Support


Taxdoo
Taxdoo ist eine Online-Plattform zur automatisierten Datensammlung, Umsatzsteuer-Compliance und Finanzbuchhaltung im internationalen E-Commerce.Mittels Schnittstellen zu ERP- und Shopsystemen sowie Marktplätzen ermöglicht Taxdoo die automatisierte Verbuchung von Ausgangs- und Eingangsleistungen im Onlinehandel – inklusive Verbringungen und Amazon-Gebühren. Manuelle Uploads sind nicht erforderlich. Funktionen wie z.B. USt-Meldungen im EU-Ausland oder eine personalisierte Verfahrensdokumentation sind ebenfalls verfügbar.

Highlights
• Datensammlung ohne manuelle Schritte über direkte Schnittstellen zu ERP- und Shopsystemen sowie Marktplätzen
• Automatisierte Verbuchung komplexer Geschäftsvorfälle im internationalen E-Commerce
• Stets aktuelle EU-weite Umsatzsteuer-Logik
• Verwaltung mehrerer Mandanten über eine intuitive Cloud-Anwendung
• Auf Wunsch: Umsatzsteuer-Meldungen im EU-Ausland, Verfahrensdokumentation und weitere Funktionen


Easybill
easybill ist eine gekonnte Mischung aus Rechnungstool und PM-Software. Der Fokus liegt hier besonders auf der Auftragsabwicklung und -koordination. Während andere Tools die Rechnungsverwaltung und die Buchhaltung recht umfassend zusammenlegen, entscheidet sich easybill dagegen. Hier bekommen Sie eine Prise Buchhaltung und Funktionen wie ein Kassenbuch oder die Belegverwaltung fehlen. Mit seinen vielen Schnittstellen zu Shop-Portalen ist das Tool besonders für Freunde des eCommerce attraktiv. easybill bietet je nach Tarif sehr viele Funktionen, die alle ausprobiert und verstanden werden wollen. Hier müssen Sie sich also auf ein längerfristiges Onboarding einstellen. Durch die persönliche Onboarding-Hilfe per Telefon sollte das aber für so gut wie jeden User machbar sein.

Vorteile:
• Viele Marktplätze integriert
• Viele Shop-Systeme integriert
• Flexible Preise für Unternehmen
• Großer Funktionsumfang

Nachteile:
• Kaum Buchhaltungsfunktionen
• Keine mobilen Apps


Dekodi
Dekodi bietet eine Vielzahl an Lösungen für Schnittstellen der DATEV Programme an. Mithilfe des Datev Formats können Sie Buchungsdaten in DATEV Lodas, DATEV Lohn & Gehalt, DATEV Unternehmen Online, DATEV Rewe und DATEV Zahlungsverkehr unkompliziert übernehmen. Dekodi genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf und wird branchenübergreifend als fachkundiger Partner geschätzt. Die Kernkompetenz ist die Entwicklung innovativer Softwareprodukte im Zusammenspiel mit effizienten Dienstleistungen rund um Digitalisierung, Automatisierung und Prozessoptimierung in der Finanz- und Lohnbuchhaltung..

Möglichkeiten für Handel mit E-Commerce

Für Gründer bieten sich im Wachstumsmarkt E-Commerce, also durch einen Onlineshop, wirtschaftlich interessante Möglichkeiten. Doch wie funktioniert E-Commerce eigentlich? Und welches ist das richtige Shopsystem? Wie wird man Amazon Seller? Welche Zahlungsverfahren benötigt man und wie findet man Kunden für seinen Onlineshop?

Amazon, eBay und Co.: Steuern sparen beim E-Commerce
Der Online-Riese Amazon ist nicht nur ein attraktiver Market-Place für Start-ups, sondern auch für etablierte Unternehmen. Fast 70 Prozent des Onlinehandels findet mittlerweile über elektronische Marktplätze wie z.B. Amazon, eBay oder Zalando statt. Marktführer bei vielen Produkten – und oft mit großem Abstand – ist Amazon. Dieser Marktplatz verkauft nicht nur Waren und Dienstleistungen im eigenen Namen. Amazon ermöglicht es auch externen Händlern, ihre Waren auf den sogenannten Amazon Marketplaces anzubieten.Steuern sparen mit dem Verkaufsmodell Seller

Die für Onlinehändler wichtigste Steuer ist die Umsatzsteuer.
Will man mit dem Verkauf der eigenen Produkte über Amazon.de beginnen, hat man zwei Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Fulfillment by Merchant (FbM)
Dabei listet man die Produkte auf Amazon.de, sodass Kunden diese bei ihrer Suche dort finden können. Kauft ein Kunde das Produkt, erhält der Händler von Amazon ein Signal, um die Ware selbst verschicken zu können. Dabei wird ein Logistiker der eigenen Wahl genutzt. Sollte der Kunde die Ware anschließend zurückgeben sollen, schickt er diese an den Händler zurück. Die gesamte Logistik obliegt also dem Händler, was somit auch den Begriff Fulfillment by Merchant erklärt.
Umsatzsteuer: Was ist zu beachten?
1. Für jede Lieferung, die der Händler tätigt, wird regelmäßig Umsatzsteuer anfallen. In Deutschland sind das aktuell 16 bzw. 5 Prozent. Diese Umsatzsteuer schulden der Händler– das heißt, diese Steuer muss vom Händler selbst an das Finanzamt abgeführt werden. – und nicht etwa Amazon.
2. Dadurch, dass die Produkte auf Amazon gelistet werden, erbringt Amazon eine sogenannte Vermittlungsleistung für den Händler. Diese Vermittlungsleistung – am Ende ist das die enorme Reichweite von Amazon – kostet im Durchschnitt 15 Prozent vom Bruttobetrag. Diesen Betrag behält Amazon unmittelbar vom Bruttoerlös ein. Das führt bei vielen Händlern nicht selten zu Fehlern in der Buchhaltung.
Beispiel:
• Kunde zahlt Bruttoverkaufspreis: 116 Euro
• Nettoverkaufspreis: 100 Euro• Umsatzsteuer 16 Prozent: 16 Euro.
• Vermittlungsprovision: 17,40 (15 Prozent von 116 Euro).
Betrag, den Amazon dem Händler auszahlt: 98,60
Oftmals wird jetzt im Rahmen der Buchhaltung dieser Auszahlungsbetrag – bzw. die Summe über den gesamten Monat – als Erlös deklariert und dann fälschlicherweise nur 13,60 Euro (16 Prozent von 98,60 Euro brutto) an das Finanzamt abgeführt anstelle der korrekten 16 Euro.Dass Amazon die Provision einbehalten hat, nennt man einen abgekürzten Zahlungsweg. Theoretisch hätten der Händler auch die 116 Euro vom Kunden erhalten können und daraus 16 Euro an das Finanzamt sowie 13,60 Euro an Amazon abführen müssen.Darüber hinaus schuldet der Händler auch die Umsatzsteuer aus der Vermittlungsleistung. Warum?Das gilt bei fast allen Dienstleistungen, die ein Unternehmer aus dem Ausland an den Händler erbringt. Da auch für Dienstleistungen Umsatzsteuer anfällt und ausländische Unternehmen für den deutschen Fiskus nur schwer zu greifen sind, gibt es das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren. Das bedeutet nichts anderes, als dass ausnahmsweise der Leistungsempfänger – in dem Fall der Händler – die Umsatzsteuer schuldet und abführen muss.Da Amazon in Luxemburg sitzt, gilt das auch für die Vermittlungsprovision. (Hinweis: Eine Ausnahme bilden sogenannte Werbeleistungen, die Amazon über eine deutsche Tochtergesellschaft erbringt.) Da der Händler als Unternehmerin oder Unternehmer aber regelmäßig das Recht hat sich für Eingangsleistungen die Umsatzsteuer als sogenannte Vorsteuer erstatten zu lassen, wird er damit effektiv nicht belastet, muss aber zwingend alles im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. Umsatzsteuer-Jahreserklärung an das Finanzamt melden.Die zweite Möglichkeit, auf bzw. über Amazon Produkte zu verkaufen, ähnelt von den bislang genannten Grundsätzen 1:1 dem Fulfillment by Amazon. Es kommt jedoch eine Besonderheit hinzu.

Möglichkeit 2: Fulfillment by Amazon (FbA)
FbA ist ein Service, um den viele Händler auf den Amazon-Marketplaces kaum noch herumkommen. Hinter FbA steht die Übernahme der gesamten Logistik inkl. der Lagerung, des Versands sowie der Bearbeitung von Retouren durch Amazon.Teilweise kommt man im Rahmen von FbA mit den eigenen Produkten kaum noch in Kontakt. Amazon fördert FbA auch indirekt. So werden Kunden, die bei der Produktsuche den Haken bei “Prime” setzen, damit die Ware möglichst am nächsten Tag bei ihnen ist und die Retoure problemlos klappt, überwiegend nur Produkte von Händlern angezeigt, die FbA nutzen – von wenigen Ausnahmen abgesehen.Allerdings steigt der Anteil der Gebühren, welche Amazon – wie oben beschrieben – vom Bruttopreis einbehält. Dafür gibt es eine Vielzahl an FbA-Gebühren, welche regelmäßig auch dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen.Im Rahmen von FbA steigt der Anteil der Gebühren nicht selten auf bis zu 45 Prozent vom Bruttoverkaufspreis. Das ist erheblich. Auf der anderen Seite muss man sich als Händler keine eigenen Logistikstrukturen aufbauen.